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STROKES

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Inhalt

Funktionsprinzip von "Strokes"

Grundlage der Implementierung der Netzwerkgeneralisierung ist eines der Gestaltgesetze: Das Gesetz der guten Fortsetzung („Good Continuation Grouping Principle“). Dieses Wahrnehmungsgesetz besagt, dass gerade verlaufende Linien, die sozusagen als ein durchgehender Pinselstrich (engl. stroke) gezogen werden können, als zusammengehörig empfunden werden. Diese Tatsache wurde von (Richard und Thomson 1999) auf die Generalisierung von linearen Strukturen übertragen.

Für Wegenetze bedeutet dies, dass die unbewerteten Straßenelemente bei der Wahrnehmung so gruppiert werden, wie es der funktionalen Bedeutung der Straßen entspricht. Wichtige Hauptstraßen sind langgezogen und gradlinig, unbedeutende Nebenstraßen sind kurz und enden meist rechtwinklig auf dem übergeordneten Netz. Daher ist davon auszugehen, dass eine Ableitung der relativen Bedeutung von Straßen ohne jegliche thematische Information möglich ist.

 

 

Um das Prinzip zu verdeutlichen ist oben links das vollständige Straßennetz von Aurich (Daten aus dem ATKIS Basis DLM) ohne Unterscheidung der einzelnen Straßen zu sehen. Bei der visuellen Wahrnehmung der Linien gruppiert das menschliche Gehirn diese und "erkennt" automatisch den Innstadtring mit den nach außen verlaufenen Haupstraßen (siehe rechtes Bild), die in der Realität dem übergeordnetem Straßennetz (Bundesstraßen, Landesstraßen) entsprechen.

 

Anwendung des Strokes-Prinzips: Klassifizierung von ATKIS- Straßendaten

Das Straßennetz im ATKIS-Basis DLM (www.atkis.de) ist nach der Widmung (WDM) der Straßen in die Gruppen Autobahn, Bundesstraße, Landesstraßen, Kreisstraße und Gemeindestraße untergliedert. Eine weitere Unterteilung der Gemeindestraßen entsprechend ihrer innerörtlichen Bedeutung nach Sammel- und Anliegerstraßen ist vorgesehen, aber noch nicht vorhanden. Mit Hilfe des STROKES-Algorithmus ist eine automatische Zuweisung dieser Information zu der jeweiligen Straße möglich.

 

 

Als Beispiel ist hier das Stadtgebiet von Hannover betrachtet worden. In der linken Abbildung ist das vollständige Straßen- und Wegenetz der Stadt Hannover zu sehen. Grün eingefärbt sind die übergeordneten Straßen (Bundesstraßen, Landesstraßen, Kreisstraßen, sowie komplexe Straßen (Straßen mit getrennten Richtungsfahrbahnen)).

In der rechten Abbildung ist das Ergebnis der Berechnung dargestellt. Grün ist weiterhin das übergeordnete Netz (,die Wege werden nicht dargestellt), die vorher schwarz dargestellten Straßen werden unterteilt in wichtige Sammelstraßen (rot) und unbedeutendere Anliegerstraßen (blau).

 

Danksagung

Die Daten des ATKIS-Basis DLM sind im Rahmen der Forschungskooperation von der LGN zur Verfügung gestellt worden.

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